About Us: Delving Mission Statement (de)

Ziel: Zweigerichteter Datenfluss

Kulturelles Erbe muss die Zeit überdauern und uns erhalten bleiben. Um das zu erreichen, müssen wir auch seine Relevanz und Bedeutung bewahren. Im Laufe der Zeit haben viele Softwareprojekte versucht diese Aufgabe anzugehen ohne aber die zugrunde liegenden Daten zu verbessern. 

Uns ist klar geworden, dass eine bessere Datenqualität nur erreicht wird, wenn Verbesserungen in beide Richtungen fliessen und wieder in die ursprüngliche Quelle zurückgeführt werden können. Die Umsetzung dieser Strategie ist eine mehrjährige Aufgabe, die Schritt für Schritt auf der Basis von geeigneter Software und den richtigen Partnerschaften realisiert werden muss.

Erster Schritt: Freisetzen, Aggregieren, Navigieren

Der erste Schritt ist die Open-Source-Community so einzubeziehen, dass Daten zugänglich gemacht werden und nicht im Dickicht der unterschiedlichen Datenformate in Vergessenheit geraten. Dies erreichen wir durch die Umwandlung von Daten in kompatible Formate, so dass sie erschlossen und gesucht werden können. Wenn man nun Daten aus verschiedenen Quellen gegenüberstellt, werden die verschiedenen Ausmaße der Datenqualität sichtbar und es wird klar, in welchen Bereichen noch Verbesserungen und Anreicherungen nötig sind. Hier hat sich Delving hervorgetan und eine solide Grundlage geschaffen.

Das Ziel der Fachleute im Bereich des Kulturellen Erbes ist es den damit zusammenhängenden Datenschatz gedeihen zu lassen, damit die nächsten Generationen ein Bezugssystem haben, in dem sie sich verständigen können. Die Möglichkeit die interessierte Öffentlichkeit zur Qualitätssteigerung von Daten zu bewegen, ist in Gefahr nicht genutzt zu werden, einfach aus dem Grund, dass dafür die technischen Voraussetzungen zu schwer umzusetzen zu sein scheinen. Aber die technischen Herausforderungen sind überwindbar: um dieses Problem in Angriff zu nehmen, braucht man internationale Partnerschaften und den fokussierten Einsatz von Talenten.

Die vorläufig zum Einsatz kommende Strategie kulturelle Daten aus verteilten Quellen zusammenzuführen und in einem zentralen Index zu erfassen, führt nicht zur Steigerung der Datenqualität. Selbst wenn Verbesserungen zentral gespeichert werden können, so gibt es keine Möglichkeit diese dem ursprünglichen Speicherort der Daten zurückzuführen und die Quelldatei zu bereichern - somit sind diese Verbesserungen verloren. Im Grunde sind aggregierte Daten nutzlose Daten, da sie nicht geändert werden können.

Zweiter Schritt: Verknüpfungen und Events

Der nächste Schritt ist die Einsicht, dass es bei Verbesserungen nur darum geht, Veknüpfungen herzustellen. Wenn der Name einer Person oder eines Ortes eindeutig bestimmt werden kann, in dem man ihn mit einer gemeinsamen Repräsentation verknüpft, dann eröffnet diese Verknüpfung eine neue Sichtweise und kann zu weiteren Entdeckungen führen. Selbst wenn jemand eine Verbesserung vorschlägt, so sollte diese als Variante der ursprünglichen Version des Objektes erhalten bleiben, so dass der Kurator das rohe Material für eine Verbesserung hat. Weiterhin bedarf es auch Verknüpfungen, die zum Ausdruck bringen, dass zwei Terme das Gleiche ausdrücken um gemeinsam genutzte Vokabularien, die sich in der Termini unterscheiden, zu vereinen.

Kultur ist ein Semantisches Netz aus miteinander verbundenen Ereignissen (Events), demzufolge muss sie auch durch ein event-orientiertes Modell repräsentiert werden. Events verknüpfen Personen, Orte, Dinge und Ideen, gemeinsam formen sie eine Zeitkapsel, die von zukünftigen Generationen erkundet werden kann. Die meisten potentiellen Veknüpfungen müssen aber erst entdeckt werden und event-basierte Daten helfen dabei die implizite Nähe zwischen Elementen im Netz des kulturellen Wissens aufzudecken. Delving hat sich mit den besten Experten der Community, die den ISO-Standard Conceptual Reference Model entwickelt haben, zusammengetan, um gemeinsam die aussichtsreichsten Strategien zu verfolgen.

Aus technischer Sicht müssen gewisse Schlüsselvoraussetzungen geschaffen sein, bevor neue Verknüpfungen richtig erzeugt, genutzt und erhalten werden können. Ohne Persistent Identifiers, und einem ausgefeilten Workflow zur Pflege von Daten, gekoppelt mit einem einladenden Webauftritt, wird das Potential einer vielfältigen Kontextualisierung verloren gehen. Einzeln und auf sich allein gestellt werden diese Komponenten nicht erfolgreich sein.

Dritter Schritt: Standards und universale Verfügbarkeit

Einige der Kernkomponenten müssen jedoch in dem sich bildenden Informationsraum schon vorhanden sein, damit der Workflow nicht behindert wird. Diese Komponenten dürfen keine Blackboxes sein, sondern müssen transparent entwickelt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Open-Source Infrastruktur die Verbreitung von kooperativen und nachhaltigen Lösungsansätzen und die Einhaltung von Standards vorantreibt. Wir bei Delving, als auch unsere institutionellen und intellektuellen Partner, glauben, dass wir zusammen eine verantwortungsvolle und nachhaltige Infrastruktur für Kulturelles Erbe entwickeln können.

Die aktuelle Lage mit den wenigen nur zur Verfügung stehenden Mittel kann hoffentlich Impulse freisetzen, die zur Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Basis über Grenzen hinweg führt und dabei größte Wirkung entfaltet, während die Kosten minimiert werden.